Ist Ihr Unternehmen von der Corona-Krise betroffen?
Folgendes sollten Sie beachten:

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat nun auch OWL erreicht und wirkt sich auf immer mehr heimische Unternehmen aus. Für viele Betriebe geht es in den nächsten Wochen um das nackte Überleben.

Nach derzeitig (20. März 2020) aktuellem Stand sollten Sie Folgendes beachten:

– Um Liquiditätsengpässe zu mildern, können Sie bei der Finanzverwaltung einen Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuer bzw. der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer stellen.

– Ein weiteres Instrument ist die vorübergehende Stundung oder Ratenzahlungsvereinbarung von fälligen Steuerzahlungen.

– Kleine und mittelgroße Betriebe können in Ihren Steuererklärungen für 2019, oder eventuell sogar noch für 2018, zur Steuerreduzierung eine Investitionsrücklage bilden oder noch nicht ausgeschöpfte Sonderabschreibungen geltend machen.

-Bei Arbeits- und Entgeltausfall in Ihrem Betrieb können Sie bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen. Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie auf Grund des Coronas-Virus keine Lieferungen mehr erhalten und sich dadurch die Arbeitszeit verringert. Ziel des Kurzarbeitergeldes ist, dass die Beschäftigten weniger Stunden leisten, um nicht gekündigt werden zu müssen. Bisher musste ein Drittel der Belegschaft von der Arbeitsreduzierung betroffen sein. Dieses Quorum ist nun aber auf 10 Prozent abgesenkt worden. Eine weitere Erleichterung ist ein teilweiser oder vollständiger Verzicht auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden. Der Arbeitgeber erhält zudem aktuell die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit. Neu ist zudem die Möglichkeit, auch für Leiharbeiter Kurzarbeitergeld beantragen zu können. Für Geringfügig Beschäftige (sog. 450-Euro-Jobber) gibt es diese Möglichkeit nicht. Diese Erleichterungen geltend rückwirkend ab dem 1. März 2020.

-Eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz können Sie beantragen, wenn Sie auf Grund infektionsschutzrechtlicher Gründe einem Tätigkeitsverbot oder einer Quarantäne unterliegen oder unterworfen sind und Sie dadurch einen Verdienstausfall erleiden, ohne krank zu sein. Voraussetzung ist, dass das Tätigkeitsverbot bzw. die Quarantäne vom zuständigen Gesundheitsamt ausgestellt wurde.

Philipp Hachmeister
Steuerberater
LL.M. Taxation

Status: 200320

Foto: freig. v. state.gov